Ressourcenschonung

Ressourceneffiziente Fahrzeuge

Strategie und Konzepte

Ressourcenverbrauch und Wachstum entkoppeln

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Die Weltwirtschaft wächst und die Nachfrage nach Mobilität steigt. Damit einher geht ein höherer Verbrauch von Ressourcen, der Umwelt und Gesellschaft belasten kann: So sind die Gewinnung und Weiterverarbeitung von primären Rohstoffen häufig energieintensiv und führen zu Emissionen von Schadstoffen in Wasser, Boden und Luft. Nicht zuletzt birgt die Nutzung natürlicher Ressourcen auch soziale Risiken: Eine gerechte Rohstoffverteilung, der sichere Zugang zu sauberem Trinkwasser oder die Verletzung von Menschenrechten beim Rohstoffabbau sind dabei nur einige Problemstellungen.

Aktuell bestehen die Fahrzeuge der Mercedes-Benz Group hauptsächlich aus Materialien wie Stahl, Eisen, Aluminium und Kunststoff. Diese Werkstoffe werden voraussichtlich auch in Zukunft in ausreichender Menge verfügbar sein. Zu ihrer Herstellung aber werden natürliche Ressourcen benötigt. Unser Ziel ist es, genau diesen Verbrauch an natürlichen Ressourcen möglichst gering zu halten: Beispielsweise wird unser Aluminiumschrott recycelt und über den Materialkreislauf unter anderem in unsere Fahrzeuge zurückgeführt. Wir arbeiten weiterhin daran, auch hier komplett geschlossene Kreisläufe zu etablieren. Das schont nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern senkt auch die CO2-Emissionen, da zur Aluminiumverhüttung sehr viel Energie benötigt wird.

Auf dem Weg zur CO2-Neutralität stellen batterieelektrische Antriebe einen zentralen Baustein dar. Mit dem Ausbau der Elektromobilität ist ein veränderter und sich wandelnder Bedarf an spezifischen Rohstoffen verbunden. Beispiele sind Kobalt und Lithium, aber auch Nickel, Grafit, Mangan und Kupfer in veränderten Mengen. Diese Rohstoffe schauen wir uns im Rahmen umfassender Rohstoff-Assessments eingehend an, um sowohl potenziellen menschenrechtlichen als auch Umweltrisiken zu begegnen. Darüber hinaus haben wir für alle Rohstoffe, die direkt und indirekt bezogen werden, eine Strategie, die unsere Bedarfe langfristig sichert. Bei kritischen Rohstoffen ist Teil der Strategie einerseits die intensive Forschung an Substitutionstechnologien und andererseits die Sicherstellung eines verantwortungsvollen Rohstoffbezugs.

Zudem investieren wir seit Jahren in ressourceneffiziente Technologien und Herstellungsverfahren für Batterien und arbeiten daran, den Einsatz kritischer Materialien weiter zu reduzieren. Der Kobaltanteil an den Kathoden der Batteriezellen des EQS liegt beispielsweise bei weniger als zehn Prozent und wurde im Vergleich zur vorigen Batteriegeneration deutlich verringert. Perspektivisch wollen wir durch Post-Lithium-Ionen-Technologien mit neuen Materialzusammensetzungen ganz auf Materialien wie Kobalt verzichten. Auch die weitere Optimierung der Recyclingfähigkeit und deren Umsetzung ist Teil unserer ganzheitlichen Batteriestrategie.

Die Vision der Mercedes-Benz Group ist es daher, ihre gesamte Wertschöpfungskette in einen möglichst geschlossenen Kreislauf zu verwandeln. Dazu wollen wir zum Beispiel unsere Produktionsabfälle und Altmaterialien wieder in den Materialkreislauf zurückführen. So auch hinsichtlich der Batterien von Elektrofahrzeugen, in denen noch viele hochwertige Materialien stecken. Das Recycling und die Wiederverwendung dieser und vieler anderer Rohstoffe stehen im Fokus aktueller und zukünftiger strategischer Aktivitäten. Ebenso wichtig wie notwendig ist es, unsere Lieferanten noch stärker miteinzubeziehen – etwa durch Dialoge und klare Zielsetzungen. Zusätzlich wirken wir an verschiedenen Initiativen mit, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt haben, den Ressourcenverbrauch wichtiger Rohstoffindustrien zu reduzieren.

Ressourceneinsatz

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In der Mercedes-Benz Group sind vor allem die Bereiche Fahrzeugkonzepte, Fahrzeugentwicklung, Einkauf sowie Produktionsplanung und Produktion dafür verantwortlich, dass wir Ressourcen schonend einsetzen. Entscheidungen in diesem Themenbereich treffen wir in den für die jeweilige Baureihe zuständigen Fachgremien, die sich aus den jeweils beteiligten Gewerken zusammensetzen, sowie in Expertenkreisen, beispielsweise für bestimmte Werkstoffgruppen.

Decoupling

Decoupling (Grafik)

Bei Grundsatzentscheidungen bezüglich Baukonzepten, Fertigungstechnologien und Materialeinsatz wird die Unternehmensführung stets eingebunden. Hierzu berücksichtigt sie eine Vielzahl von Faktoren – neben Kosten, ressourceneffizienten Technologien und Einsatz von alternativen Materialien wie Sekundärmaterialien und nachwachsenden Rohstoffen gehören dazu auch die Industrialisierungsmöglichkeiten. Dabei prüft die Unternehmensführung, inwiefern sich Entwicklungsergebnisse in die industrielle Großserienproduktion überführen lassen, etwa im Hinblick auf den Rohstoffeinsatz.

Mercedes-Benz Cars & Vans verbraucht pro Jahr etwa 4,5 Mio. Tonnen Rohstoffe zur Herstellung seiner Produkte. Einige dieser Stoffe können als knapp oder kritisch eingestuft werden. Unser besonderes Augenmerk liegt darauf, die Einsatzmengen dieser Rohstoffe pro Fahrzeug kontinuierlich zu verringern. Hierzu verfolgen wir schon bei der Fahrzeugentwicklung den Ansatz Design for Environment: Das bedeutet, wir konzipieren unsere Fahrzeuge so, dass sie im gesamten Lebenszyklus möglichst ressourcenschonend und umweltfreundlich sind. Eckpfeiler des Ansatzes sind Ökobilanzierung, Leichtbau, Einsatz von und das Recycling.

Materialbilanz – Einsatz Metalle & Nichtmetalle

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Materialbilanz – Einsatz Metalle & Nichtmetalle (Grafik)

Ökobilanzen erstellen

Mit Ökobilanzen bewertet Mercedes-Benz Cars & Vans die Umweltverträglichkeit seiner Fahrzeuge: Systematisch analysieren wir die Umweltauswirkungen entlang des gesamten Lebenswegs eines Fahrzeugs – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Nutzung bis hin zur Verwertung. Um die Ressourceneffizienz zu bewerten, berücksichtigen wir darüber hinaus weitere Faktoren. Dazu zählen unter anderem die mittel- und langfristige Verfügbarkeit von Rohstoffen, die gesellschaftliche Akzeptanz sowie die sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen und Risiken. In der Entwicklung setzen wir Ökobilanzen außerdem ein, um verschiedene Fahrzeuge, Bauteile und Technologien zu bewerten und zu vergleichen.

Ökobilanz des EQS 450+1

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Ökobilanz des EQS 450+ - Ressourcenschonung (Grafik)

1 WLTP: EQS 450+ Stromverbrauch kombiniert 19,8-15,7 kWh/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 0 g/km; Der Stromverbrauch wurde auf Grundlage der VO 2017/1151/EU ermittelt.

Kritische Rohstoffe identifizieren

Einige Rohstoffe, die zur Herstellung elektrisch betriebener Fahrzeuge benötigt werden, sind mit bestimmten Risiken verbunden. Um besser abschätzen zu können, wie kritisch der Einsatz eines Rohstoffs ist oder werden kann, hat Mercedes-Benz Cars & Vans gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft bereits 2015 das Forschungsprojekt ESSENZ durchgeführt. Das Ergebnis ist ein ganzheitlicher Ansatz, den unsere Ingenieure schon in den frühen Phasen der Fahrzeugentwicklung anwenden. Das Vorgehen der ESSENZ-Methode ist an die Ökobilanz-Methodik angelehnt, die eine systematische Analyse der Umweltauswirkungen entlang des gesamten Lebenswegs eines Fahrzeugs ermöglicht. Beim ESSENZ-Ansatz werden jedoch neben der geologischen Verfügbarkeit auch sozioökonomische Faktoren sowie soziale und gesellschaftliche Risiken betrachtet.

Ressourcenschonung entlang der Lieferkette

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Die Lieferkette spielt eine wichtige Rolle, wenn es um einen schonenden Umgang mit Ressourcen geht. Die Mercedes-Benz Group AG hat sich zum Ziel gesetzt, den Ressourcenverbrauch vom wirtschaftlichen Wachstum zu entkoppeln – und setzt dabei auf die Unterstützung ihrer Lieferanten. Mit ihrer Hilfe wollen wir den Anteil an sekundären und erneuerbaren Materialien in unseren Fahrzeugen kontinuierlich steigern.

Von Lieferanten, die uns mit Produktionsmaterial versorgen, fordern wir ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 oder EMAS. Gleiches gilt risikobasiert auch für Lieferanten von Nichtproduktionsmaterial wie Lackierdienstleistungen. Besitzt der Lieferant kein zertifiziertes Umweltmanagementsystem, hat er zwei Jahre Zeit, um ein solches System einzurichten und zertifizieren zu lassen. Falls dies nicht geschieht, wird gegebenenfalls von einer Neubeauftragung abgesehen. Zudem fordern wir von unseren Lieferanten, sich an die Supplier Sustainability Standards und die dort aufgeführten Umweltaspekte zu halten.

Vor diesem Hintergrund hat die Mercedes-Benz AG 2018 eine Risikoanalyse durchgeführt. Stahl, Aluminium und Kunststoffe sind dabei als besonders wichtige Materialien identifiziert worden. Diese Werkstoffe werden nicht nur in großen Mengen für den Fahrzeugbau benötigt, ihre Herstellung ist auch energie- und ressourcenintensiv. Die Mercedes-Benz AG hat 2020 für diese Materialien für Mercedes-Benz Cars & Vans Sekundärmaterial-Zielwerte definiert und diese in den Anforderungen für alle Auftragsvergaben verankert.

Maßnahmen

Batterieentwicklung

Batterien sind eine Schlüsselkomponente bei der Elektromobilität. Bei der Mercedes-Benz Group befassen sich Experten verschiedener Disziplinen mit allen Aspekten dieser Speichertechnologie – von der Grundlagenforschung bis zur Produktionsreife.

Wir investieren seit Jahren in ressourceneffiziente Technologien und Herstellungsverfahren für Batterien und arbeiten kontinuierlich daran, die aktuelle Lithium-Ionen-Batterie zu optimieren. Dabei verfolgen wir zwei Ziele: Zum einen wollen wir den Einsatz kritischer Materialien wie Kobalt in unseren Batterien immer weiter reduzieren. Zum anderen wollen wir ausschließlich Batteriezellen mit Kobalt und Lithium aus auditierten Minen beziehen: So beziehen unsere Lieferanten Rohstoffe für Batteriekomponenten künftig ausschließlich aus Minen, die mit dem „Standard for Responsible Mining“ der auditiert sind.

In der Batterieentwicklung arbeiten wir mit Hochdruck an kobaltarmen bis hin zu kobaltfreien Technologien, die unsere Ressourcen schonen. Dabei spielt bei der ganzheitlichen Betrachtung der Wertschöpfungskette auch die Herstellung der Batterien eine wichtige Rolle. Daher hat die Mercedes-Benz Group AG mit zwei strategischen Batteriezell-Lieferanten vereinbart, ab 2021 nur noch CO2-neutral produzierte Batteriezellen zu beziehen. Auch die weitere Optimierung der Recyclingfähigkeit und deren Umsetzung ist Teil unserer ganzheitlichen Batteriestrategie.

Neue Technologien ermöglichen es uns, den Verbrauch an Rohstoffen konsequent zu reduzieren, ohne auf hohe Reichweiten verzichten zu müssen, wie unser Technologieträger VISION EQXX eindrucksvoll demonstriert. Die Mercedes-Benz Group forscht darüber hinaus an alternativen Batteriesystemen der nächsten Generation. Unser Ziel dabei ist es, die Entwicklungszyklen zu verkürzen, die Energiedichte unserer Batterien zu steigern und die Ladezeiten zu reduzieren.

Um neue Technologien möglichst früh in den Serieneinsatz zu bringen, erweitert die Mercedes-Benz Group ihre Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung konsequent. So bauen wir beispielsweise unsere Kompetenzen in der technologischen Bewertung von Werkstoffen und Zellen immer weiter aus.

Daneben setzen wir aber auch auf starke Partnerschaften und Kooperationen: Mit der chinesischen Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL) treiben wir die Entwicklung aktueller und künftiger Batterietechnologien voran, die in den nächsten Jahren in zahlreichen Mercedes-Benz Fahrzeugen zum Einsatz kommen werden. Gemeinsam mit Sila Nano arbeiten wir daran, die Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien zu steigern. Das wollen wir erreichen, indem wir den Silizium-Anteil an der Anode erhöhen. Und im November 2021 haben wir mit Factorial eine Kooperation im Bereich Feststoffbatterien-Technologie vereinbart. Ziel der Partnerschaft ist es, gemeinsam fortschrittliche Batterietechnologien zu entwickeln – angefangen bei der Zelle über Module bis hin zur Integration in die Fahrzeugbatterie. Bereits im Jahr 2022 sollen erste Zell-Prototypen erprobt werden.

Zudem haben wir mit der Einführung der modular aufgebauten Batteriearchitektur in dem EQS unseren Kunden bereits die Möglichkeit gegeben, den Energieinhalt und damit die Reichweiten an ihre Bedürfnisse anzupassen. Diese Strategie werden wir bei der kommenden Kompakt- und Mittelklasse-Plattform fortführen.

Rezyklate und nachwachsende Rohstoffe

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Materialkreisläufe zu schließen und nachwachsende Rohstoffe einzusetzen, sind wesentliche Stellhebel für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen. Um das zu erreichen, nutzt die Mercedes-Benz Group ressourceneffiziente Technologien und Herstellungsverfahren. Zudem setzen wir vermehrt Sekundärmaterialien und nachwachsende Rohstoffe in unseren Fahrzeugen ein.

Mercedes-Benz hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Anteil von Sekundärrohstoffen für die Pkw-Flotte auf durchschnittlich 40 Prozent zu erhöhen. Zudem schafft Mercedes-Benz bereits seit 2005 Transparenz, in welchen Produkten Sekundärrohstoffe eingesetzt werden. Dafür verwenden wir die öffentlich einsehbaren Umweltzertifikate „360°-Umweltcheck“. Diese zeigen unter anderem die Bauteile auf, welche anteilig aus ressourcenschonenden Materialien hergestellt werden.

Einsatz von Rezyklat

Je nach individueller Fahrzeugvariante und den technischen Anforderungen setzt Mercedes-Benz in ihren Produkten viele Bauteile aus recycelten Materialien ein.

Ein Beispiel dafür ist der vollelektrische Mercedes-Benz EQC (EQC 400 4MATIC: NEFZ: Stromverbrauch kombiniert: 21,9–19,4 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1: Kunden können das Fahrzeug mit Sitzbezügen bestellen, deren Textil zu 100 Prozent aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wird. 43 größere Bauteile, die überwiegend aus Kunststoff bestehen, werden durch Rezyklate ersetzt – beispielsweise Radlauf- oder Unterbodenverkleidungen. Hinzu kommt eine Vielzahl von Kleinteilen wie Druckknöpfe, Kunststoffmuttern und Leitungsbefestiger. Insgesamt stellen wir so Bauteile mit einem Gesamtgewicht von 36,9 Kilogramm anteilig aus Rezyklaten her.

Im EQS kommen Bauteile mit einem Gesamtgewicht von über 80 Kilogramm aus ressourcenschonenden Materialien zum Einsatz. Im Mai 2021 ist erstmalig die Laderaummulde für den EQS mit einem Spritzguss-Rezyklat im Werk Hamburg in die Serienproduktion gestartet. Die Mulde wird mit einem innovativen Spritzgieß-Umformprozess (SpriForm) gefertigt und besteht zu 60 Prozent aus Rezyklat. Zudem lässt sich der thermoplastische Kunststoff (PP) gut recyceln – dadurch werden Ressourcen geschont. In der neuen E-Klasse soll die Laderaummulde zu 80 Prozent aus Rezyklat bestehen.

Bei den Bodenbelägen haben wir im EQS im Mai 2021 für das auf ein neues Recyclinggarn umgestellt. Das Garn besteht aus regeneriertem Nylon und wird aus Nylonabfällen hergestellt – zum Beispiel aus alten Fischernetzen, Stoffresten aus Mühlen und Teppichböden. Es hat die gleichen Eigenschaften wie aus neuen Rohstoffen hergestelltes Nylon. Durch den Einsatz des regenerierten Nylons reduzieren wir CO2-Emissionen und schließen damit zugleich Materialkreisläufe.

Um die Kreislaufwirtschaft weiter voranzubringen, haben wir uns im Jahr 2020 zudem mit UBQ Materials zusammengeschlossen: Das Start-up aus Israel verwertet bisher nicht rezyklierbare Haushaltsabfälle und stellt daraus einen Füllstoff für Kunststoffe her. Dieses Kunststoffersatzmaterial ist zu 100 Prozent recycelt und recycelbar. Aus ihm sollen bald serienmäßig diverse Kunststoffbauteile wie Kabelkanäle hergestellt werden.

Im Mai 2021 haben UBQ Materials und die Mercedes-Benz AG den Sustainability Award in Automotive 2021 in der Kategorie „best start-up“ gewonnen. Die beiden Unternehmen erhielten den Preis für ihre gemeinsame Arbeit an der Entwicklung nachhaltiger Autoteile. Der Sustainability Award in Automotive zeichnet Unternehmen aus, deren Produkte, Prozesse und Initiativen einen positiven und ganzheitlichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit der Automobilindustrie haben und einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der 17 Sustainable Development Goals der UN leisten.

Insgesamt gewinnt der Einsatz von Rezyklaten auch politisch an Gewicht: So hat die EU-Kommission zusätzlich zur europäischen Altfahrzeugrichtlinie 2000/53/EG die europäische Plastikstrategie verabschiedet. Die Aufforderung ist klar: mehr Recyclingmaterial bei der Fahrzeugherstellung. Für neue Mercedes-Benz Pkw schreiben wir mit unseren Lastenheften bereits seit 2000 einen Mindestanteil an rezyklathaltigen Bauteilen vor. Je nach Baureihe und Modell ist dieser Anteil verschieden groß.

Um den Einsatz von Rezyklaten weiter voranzutreiben, fördert die Mercedes-Benz Group den Austausch zwischen seinen Experten sowie Bauteil- und Rezyklat-Lieferanten: Vor Vergaben und bei der gemeinsamen Konzeption von Bauteilen müssen Lieferanten der Mercedes-Benz Group neu entwickelte Rezyklatmaterialien vorstellen und mögliche Umstellungen von Bauteilen auf Rezyklate prüfen. Technische Fragen können direkt diskutiert werden.

Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen

Auch nachwachsende Rohstoffe bieten für die Mercedes-Benz Group viele Vorteile: Mit ihrer Hilfe lässt sich das Gewicht von Bauteilen verringern. Zudem ist ihre CO2-Bilanz bei energetischer Verwertung fast neutral – es wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanze während des Wachstums aufgenommen hat. Nicht zuletzt tragen nachwachsende Rohstoffe dazu bei, den Verbrauch fossiler Ressourcen zu reduzieren. Bei uns kommt ein breites Spektrum nachwachsender Rohstoffe wie zum Beispiel Hanf, Kenaf, Wolle, Papier und Naturkautschuk zum Einsatz.

Die neue Mercedes-Benz S-Klasse zeigt, wie viele Bauteile anteilig aus nachwachsenden Materialien hergestellt werden können: Für den Innenraum wurde ein Mikrosandwich-Material entwickelt, das in den meisten Bauteilen mit Naturfasern verstärkt wird. Es wird in den Kartentaschen in der Türverkleidung, im Lehnenspannteil des Sitzes und für die Hutablage eingesetzt. Das Material wiegt 40 Prozent weniger als ein vergleichbares herkömmliches Bauteil. Das geringere Gewicht führt von der Produktions- über die Nutzungs- bis hin zur Entsorgungsphase zu einem geringeren Primärenergiebedarf. Außerdem ist das naturfaserbasierte Material besonders bruchfest und trägt damit zur Sicherheit des Fahrzeugs bei.

Ein weiteres Beispiel ist der SUSTAINEER auf Basis des eSprinters: Die Unterbodenverkleidung des Technologieträgers besteht aus recyceltem Polypropylen, Altreifen und dem Füllstoff UBQ, der aus recyceltem Hausmüll gewonnen wird. Für die Trennwand zum Fahrerhaus und die Laderaumunterteilung verwendet Mercedes-Benz Vans natürliche Strohplatten. Sie sind recycelbar, biologisch abbaubar, formaldehydfrei und lassen sich wasserfest beschichten. Sämtliche Holzelemente sind FSC®-zertifiziert. Das heißt: Sie stammen aus Wäldern, die verantwortungsvoll bewirtschaftet werden.

Leichtbau

Intelligenter Leichtbau kann das Gewicht eines Fahrzeugs reduzieren. Um gleichzeitig die hohen Sicherheits- und Komfortstandards zu gewährleisten, kommt es auf die richtige Materialauswahl an. Zudem spielen auch die Bauteilkonstruktion und die Fertigungstechnik eine wichtige Rolle. Der höchste Anteil am Gesamtgewicht eines konventionell angetriebenen Pkw entfällt mit 35 Prozent auf den Rohbau. Es folgen das Fahrwerk mit 25 Prozent, die Komfort- und Sicherheitsausstattungen mit 20 Prozent sowie Motor und Getriebe mit 20 Prozent. Somit ist es am effektivsten, am Rohbau anzusetzen.

Vor allem Aluminium ist für den Einsatz im Leichtbau prädestiniert – der Werkstoff ist leicht, stabil und hat weitere positive Eigenschaften. Daher arbeitet die Mercedes-Benz Group bei der Karosserie zunehmend mit Aluminium-Legierungen für Außenhautteile (Motorhaube, Kotflügel, Dach, Heckdeckel) und Verstärkungsteile (Motorhaube Innenteil, Dachverstärkung).

Was durch ein ganzheitliches Leichtbaukonzept möglich ist, zeigt die neue Mercedes-Benz S-Klasse: Sie ist bis zu 65 Kilogramm leichter als das Vorgängermodell. Die Karosserie wird in einer Aluminium-Stahl-Hybridbauweise hergestellt. Dabei hat Mercedes-Benz den Aluminiumanteil gegenüber dem Vorgänger deutlich erhöht; bis auf den Hauptboden bestehen nun alle Komponenten aus dem Leichtmetall. Dadurch ist die Karosserie der neuen S-Klasse im Vergleich zur Vorgängerbaureihe 30 Kilogramm leichter. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch dem Thema gewidmet. So sind für die S-Klasse heute gewichtsoptimierte und aerodynamische Alufelgen erhältlich, die den Kraftstoffverbrauch weiter verringern können.

Produktionsmaterialien: Zusammenarbeit mit Lieferanten

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Gemeinsam mit ihren Lieferanten arbeitet die Mercedes-Benz AG kontinuierlich an der Entwicklung von Werkstoffen und Legierungen, die einen möglichst hohen Sekundäranteil enthalten und damit den Einsatz von Primärmaterialien verringern. Darüber hinaus treten wir auch mit ihnen in den Dialog, um anderen Nachhaltigkeitsrisiken entgegenzutreten. So wenden wir uns zum Beispiel klar gegen jegliche Form der illegalen Entwaldung.

Aluminium

Aluminium ist nicht nur leicht, sondern lässt sich auch lange ohne Qualitätsverlust recyceln. Zudem werden beim Recyclingprozess nur etwa fünf Prozent der Energie verbraucht, die notwendig wäre, um das Leichtmetall neu herzustellen. Daher setzt die Mercedes-Benz AG verstärkt auf das Leichtmetall und entwickelt mit ihren Lieferanten Aluminium-Legierungen mit Schrottanteilen: So wurden beispielsweise Aluminium-Legierungen entwickelt, die recyceltes Aluminium beinhalten, das beispielsweise aus alten Fahrzeugen, Fassadenblechen oder Verpackungen stammt, sogenannte End-of-Life-Schrotte. Gleichzeitig erfüllen sie auch die hohen Anforderungen wie beispielsweise Crash- und Betriebsfestigkeit sowie Korrosionsbeständigkeit, die die Mercedes-Benz AG an Legierungen bei Strukturgussteilen stellt. Unter anderem kommen im Rohbau des kommenden Mercedes AMG SL ausgewählte Gussteile aus einer solchen Sekundär-Aluminiumlegierung zum Einsatz. Dadurch werden mehr als 90 Prozent CO2-Emissionen in der Aluminiumherstellung eingespart. Neben dem vermehrten Einsatz von recyceltem Aluminium stellt die Mercedes-Benz AG auch die Nachhaltigkeit des Primärmaterials sicher: So erhalten Lieferanten für die europäischen Gießereien und Presswerke zukünftige Vergaben nur noch unter der Bedingung, dass das verwendete Primäraluminium aus – von der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) – zertifizierten Quellen stammt, das heißt, dass es von der Mine bis zum Walzwerk nach dem ASI-Standard zertifiziert wurde. Darüber hinaus beziehen wir schon heute CO2-reduziertes Material für unsere Gießerei in Mettingen.

Stahl

Die Mercedes-Benz AG verfolgt gemeinsam mit allen ihren Stahllieferanten das Ziel, die Stahllieferkette nachhaltiger zu gestalten. Dabei setzen wir bewusst nicht auf Kompensation, sondern auf die Vermeidung und Reduktion von CO2-Emissionen.

Als erster Pkw-Hersteller hat sich Mercedes-Benz 2021 am schwedischen Start-up H2 Green Steel (H2GS) beteiligt. Als bevorzugter Partner des Start-ups wollen wir bereits ab 2025 CO2-freien Stahl in verschiedenen Fahrzeugmodellen auf den Markt bringen – und gehen damit einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung CO2-Neutralität. H2GS stellt durch den Einsatz von Wasserstoff und Strom aus ausschließlich erneuerbaren Energien CO2-freien Stahl her. Zum Vergleich: Beim klassischen Hochofenprozess entstehen bei der Herstellung von einer Tonne Stahl im Schnitt mehr als zwei Tonnen CO2-Emissionen.

Bereits seit 2020 beziehen wir von dem US-amerikanischen Stahllieferanten Big River Steel Stahl, der die CO2-Emissionen in der Stahlherstellung für Mercedes-Benz Produkte über den Einsatz von recyceltem Stahlschrott und erneuerbaren Energien um mehr als 70 Prozent im Vergleich zur klassischen Hochofenroute reduziert.

Zudem bezieht Mercedes-Benz seit 2021 von der Salzgitter Flachstahl GmbH umweltfreundlichere Flachstahlprodukte. Im Vergleich zur konventionellen Stahlherstellung werden mehr als 60 Prozent CO2-Emissionen eingespart. Die signifikante CO2-Reduktion wird durch den Einsatz von nahezu 100 Prozent Schrott in einem Elektrostahlwerk erreicht.

2021 haben wir auch mit dem schwedischen Stahlhersteller SSAB AB eine Partnerschaft für CO2-freien Stahl in unseren Produkten gestartet. Gemeinsam stellen die Partner schon heute die Weichen, um grünen Stahl so schnell wie möglich in die Fahrzeuge zu bringen: Erste Prototypenteile für Rohbauumfänge aus CO2-freiem Stahl sind bereits dieses Jahr in der Planung.

Leder

Mercedes-Benz wendet sich klar gegen jede Form der illegalen Entwaldung. Von unseren Lieferanten fordern wir, dass die Lieferketten der Produkte, die wir von ihnen beziehen, frei von jeglicher Form illegaler Abholzung sind und nicht zur Gefährdung oder zum Verlust natürlicher Wälder (High Conservation Forests) beitragen. Das haben wir auch in unseren Vergabeanforderungen festgelegt.

Im Berichtsjahr sind wir mit allen unseren Leder-Lieferanten in den Dialog gegangen, um Nachhaltigkeitsrisiken – darunter auch die illegale Entwaldung – zu identifizieren und bei Bedarf auf Verbesserungsmaßnahmen hinzuwirken. Darüber hinaus haben uns alle unsere Leder-Lieferanten schriftlich bestätigt, dass ihr Leder von Rindern stammt, die außerhalb der südamerikanischen Gebiete Amazônia, Cerrado, Pantanal, Gran Chaco, Mata Atlântica und Chocó-Darién gehalten werden – dort ist die Gefahr besonders hoch, dass die Tiere auf illegal gerodeten Waldflächen weiden. Nur ein geringer Prozentsatz des Leders in unseren Lieferketten stammt direkt aus Brasilien. Wir prüfen derzeit verschiedene Maßnahmen, um die mit dem Bezug aus Brasilien verbundenen Risiken zu adressieren.

Hinweise auf Verstöße gegen unsere Vorgaben nehmen wir sehr ernst und und gehen ihnen nach.

Kreislaufwirtschaft

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Das übergeordnete Ziel der ist es, den Wert von Produkten, Komponenten und Materialien so lange wie möglich zu erhalten. Seit 2015 ist dieser Grundsatz auch in der EU-Gesetzgebung verankert. Auch die Mercedes-Benz Group setzt vermehrt auf Maßnahmen, welche die Kreislaufwirtschaft fördern. Dabei folgen wir der : Oberstes Ziel ist es, Abfälle zu vermeiden. Um das zu erreichen, arbeiten wir daran, die Lebensdauer sämtlicher Fahrzeugkomponenten zu verlängern – beispielsweise indem wir besonders langlebige Materialien verwenden. Außerdem nutzen wir Ressourcen effizient und verringern den Einsatz begrenzt verfügbarer Rohstoffe. Erst dann folgen gemäß der Abfallhierarchie Maßnahmen zur Wiederverwendung verschiedener Komponenten und Bauteile sowie zur Materialrückgewinnung durch Recycling.

Re-Use – Neues Leben für gebrauchte Teile

Das Mercedes-Benz Gebrauchtteile Center (MB GTC) ist ein wichtiger Bestandteil der Recycling-Prozesskette, um Rohstoffe im Wirtschaftskreislauf zu halten. Der herstellereigene Fachbetrieb wurde bereits 1996 gegründet und zerlegt jährlich über 5.000 Fahrzeuge – Altautos, Unfall- sowie Gebrauchtwagen. Die Gebrauchtteile werden von unseren Experten geprüft und müssen ebenso hohen Qualitätsmaßstäben genügen wie ein Neuteil. Anschließend werden sie an Werkstätten und Endkunden verkauft; dadurch können durchgeführt werden.

Gebrauchtteile, die die strengen Qualitätsprüfungen nicht bestehen, werden nicht als Ersatzteil weiterverwendet. Das Ziel ist dann, wichtige Wertstoffe zurückzugewinnen – zum Beispiel Kupfer aus Kabeln, Gold aus Steckerkontakten sowie Platin und Rhodium aus . Neben Edelmetallen finden sich in vielen Bauteilen auch Alu- und Eisenschrott, Glas(-scheiben) und Kunststoff. Sogar Altreifen lassen sich als im Straßenbau weiter nutzen.

Re-Manufacturing – Werterhalt für ein weiteres Leben

Beim Re-Manufacturing bereitet die Mercedes-Benz Group gebrauchte Fahrzeugteile auf, um sie anschließend wiederzuverwenden. Dabei werden die Mercedes-Benz Originalteile für Pkw, Transporter und Lkw so aufbereitet, dass sie in Funktion, Sicherheit und Qualität einem Neuteil entsprechen. Erst wenn die Bauteile im Fahrzeug nicht mehr wiederverwendet werden können, werden sie recycelt.

Durch das Re-Manufacturing können Abfälle vermieden, Rohstoffe geschont und der Energieverbrauch gesenkt werden. Eine durch den TÜV Süd zertifizierte Berechnung zeigt: Die Wiederaufbereitung eines Getriebes des Typs NAG2 spart etwa 215 Kilogramm CO2 und 3.074 MJ (854 kWh) an Energie gegenüber einem Neuteil ein.

Wiederverwendung von Hochvoltbatterien

Die Lithium-Ionen-Batterie ist das Herzstück des Elektrofahrzeugs. Ihre Herstellung verbraucht jedoch viel Energie. Zudem enthalten Lithium-Ionen-Batterien teils wertvolle Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt. Aus diesem Grund strebt die Mercedes-Benz Group vor dem Recycling der Batterie eine Wiederverwendung an. Eine Aufbereitung der Batterie verbraucht deutlich weniger Energie und Rohstoffe als die Neuproduktion. Und jede aufbereitete Batterie reduziert die Abfallmenge, denn damit wird die Produktion einer neuen Batterie für den Ersatzteilbedarf oder andere Anwendungen vermieden.

Defekte Batterien werden für eine Wiederverwendung im Fahrzeug aufbereitet. Aufgrund unserer hohen Qualitätsanforderungen geschieht das für einen Großteil unserer Batterien zentral in unserem Aufbereitungswerk in Mannheim. Die Funktion und Qualität der Batterien werden nach der Aufbereitung – angelehnt an die Vorgaben der Serienproduktion – ausführlich geprüft.

Batterien, die sich nicht mehr für eine Wiederverwendung im Fahrzeug eignen – zum Beispiel aufgrund einer verringerten Kapazität –, können in einem stationären Energiespeicher weiterverwendet werden. Dadurch verbessern wir die Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen – und leisten gleichzeitig einen Beitrag zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Die Mercedes-Benz Energy GmbH mit Sitz in Kamenz ist als Tochtergesellschaft der Mercedes-Benz AG für die Entwicklung solcher innovativen Energiespeicherlösungen verantwortlich. Diese basieren auf der automobilen Batterietechnologie, die in Elektro- und Hybridfahrzeugen von Mercedes-Benz und smart eingesetzt wird. Durch den Aufbau stationärer Energiespeicher bringt die Mercedes-Benz Energy GmbH in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Energiewirtschaft Elektroautobatterien sozusagen aus dem Auto ans Netz. Das Spektrum für die Großspeicher-Anwendungen von Mercedes-Benz Energy reicht vom und Schwarzstart – vom Stromnetz unabhängiges Hochfahren des Kraftwerks – bis zur unterbrechungsfreien Stromversorgung. Der Fokus des Unternehmens liegt insbesondere auf Anwendungen aus dem Bereich 2nd-Life- und Ersatzteilspeicher. Bereits viele solcher Energiespeichersysteme mit einer Gesamtleistung von über 95 MWh sind in Deutschland in Betrieb.

Der erste 2nd-Life-Batteriespeicher ging bereits im Oktober 2016 im westfälischen Lünen ans Netz. Auch Batteriesysteme, die noch nicht in Elektroautos zum Einsatz kamen, sondern als Ersatzteile vorgehalten werden, lassen sich als Energiespeicher zweitverwenden. So in Energiespeichern in Hannover und Elverlingsen. Des Weiteren haben die Mercedes-Benz Energy und die ANDRITZ Hydro GmbH, Tochtergesellschaft des internationalen Technologiekonzerns ANDRITZ AG, im Dezember 2020 eine Kooperationsvereinbarung zum Einsatz von stationären Energiespeichersystemen für Wasserkraftwerke unterzeichnet.

Neben den verschiedenen Großprojekten hat Mercedes-Benz Energy mit dem Mercedes-Benz Energiespeicher seit 2020 ein flexibles Container-Speichersystem im Programm. Ein Anwendungsfall dieser Speicherlösung zeigt sich im Fall der Stromversorgung der Sindelfinger Factory 56. Als Pilotanlage wurde in der Factory 56 erstmals in einem Mercedes-Benz Werk ein innovatives Gleichstromnetz installiert, das ohne Wechselrichter und Verluste den erzeugten Strom direkt in das werkseigene Gleichstromnetz einspeist. An das Gleichstromnetz gekoppelt ist ein stationärer Energiespeicher – basierend auf Fahrzeugbatterien – mit einer Kapazität von 1.400 kWh. Dieser kann auch Solarstrom speichern und an sonnenarmen Tagen wieder abgeben. Zusätzlich wird die Halle mit zugekauftem Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt.

Re-Cycling – das Ende am Anfang mitdenken

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Die Mercedes-Benz Group denkt Kreislaufwirtschaft bei der Produktentwicklung von Beginn an mit und erstellt für jedes neue Fahrzeugmodell ein Recyclingkonzept. Dazu analysieren wir alle Bauteile und Werkstoffe und prüfen, inwiefern sie sich für die verschiedenen Stufen des Recyclingprozesses eignen. Alle Mercedes-Benz Pkw-Modelle sind gemäß ISO 22628 zu 85 Prozent stofflich recyclingfähig. Zudem entsprechen sie der europäischen Altfahrzeugrichtlinie 2000/53/EG. Diese gibt vor, dass Pkw und Transporter mit einem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen zu 95 Prozent verwertbar sein müssen.

Mercedes-Benz recycelt Antriebsbatterien

Wenn eine Wiederaufbereitung oder -verwendung der Batterie nicht mehr möglich ist, wird sie recycelt, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Bereits heute sind wir in der Lage, weit mehr als die vom Batteriegesetz vorgeschriebenen Recyclingquoten für Antriebsbatterien zu erfüllen. Batteriegehäuse, Kabel und Stromschienen lassen sich dabei recht unkompliziert verwerten. Etwas anspruchsvoller wird es bei den Batteriemodulen, in denen ein Großteil der wertvollen Materialien verbaut ist. Die Verfahren existieren bereits, müssen aber noch weiterentwickelt werden, damit die wertvollen Rohstoffe möglichst rein zurückgewonnen werden können.

Werkstattentsorgung mit MeRSy

Werkstattentsorgung mit MeRSy (Grafik)

Grundlegendes Ziel ist es, die Recyclingquoten weiter zu erhöhen. Die Vision: Alte Batterien von heute sind die Rohstoffminen für die Batterien von morgen. Um das zu erreichen, beteiligt sich Mercedes-Benz an der Forschung und Entwicklung von neuen Recycling-Technologien und deren Etablierung am Markt. Gemeinsam mit spezialisierten Partnerunternehmen arbeiten wir daran, den Recyclingprozess weiter zu optimieren, und nehmen an Förder- und Forschungsprojekten teil.

Die Menge der zu verwertenden Batterien wird mit ansteigender Marktdurchdringung von Elektroautos sukzessive steigen. Mit Blick auf den Lebenszyklus von Elektrofahrzeugen ist in den 2030er-Jahren mit erheblichen Mengen an zu recycelndem Material zu rechnen. Damit dieses Potenzial bestmöglich genutzt werden kann, planen wir den Bau einer Batterierecycling-Fabrik am Standort Kuppenheim. Ziel es ist, Recyclingkapazitäten und Know-how in diesem Bereich zu entwickeln und zu sichern. Der Produktionsstart ist für 2023 geplant – abhängig von den vielversprechenden Gesprächen mit den Behörden.

Wirksamkeit und Ergebnisse

Wirksamkeit des Managementansatzes

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Die Mercedes-Benz Group verfolgt mit ihrem Managementansatz zur Ressourcenschonung das Ziel, den Ressourcenverbrauch zunehmend vom Absatzwachstum zu entkoppeln. Hierfür haben wir Vorgaben in den Fahrzeuglastenheften definiert und Maßnahmen entsprechend eingeleitet. Die Ziele und Vorgaben werden im Rahmen des Mercedes-Benz Entwicklungssystems verfolgt. Aktuell arbeitet Mercedes-Benz gemeinsam mit dem Entwicklungsbereich und dem Einkauf daran, Prozesse und Datenqualität zu optimieren.

Ergebnisse

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Im Rahmen des Werkstattentsorgungssystems MeRSy werden Werkstattabfälle – ausgebaute Fahrzeugteile, Flüssigkeiten und Ersatzteil-Verpackungen –, die bei der Wartung oder Reparatur unserer Fahrzeuge entstehen, gesammelt und verwertet. Im Berichtsjahr wurden in Deutschland insgesamt 23.700 Tonnen ausgebaute Fahrzeugteile, 2.200 Tonnen Flüssigkeiten und 4.900 Tonnen Verpackungen gesammelt und der Verwertung zugeführt.

1 Der Stromverbrauch wurde auf Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt.

Anbieter/Datenschutz

Mercedes-Benz AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 7 11 17-0
E-Mail:
dialog@mercedes-benz.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Jörg Burzer, Renata Jungo Brüngger, Sabine Kohleisen, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 762873
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 32 12 81 763

Rezyklat

Rezyklate sind sogenannte Sekundärrohstoffe, die beim Recycling von Kunststoffen gewonnen werden, die vorher mindestens einmal entsorgt wurden. Rezyklate werden anschließend für die Herstellung neuer Produkte genutzt.

Alle Glossar-Begriffe

Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA)

Die Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA) reagiert auf die weltweite Nachfrage nach einem sozial- und umweltverträglicheren Bergbau: IRMA bietet eine unabhängige Überprüfung und Zertifizierung anhand eines umfassenden Standards für im Bergbau geförderte Rohstoffe. Der Standard deckt das gesamte Spektrum der mit den Auswirkungen des industriellen Bergbaus verbundenen Risiken unter einem Dach ab.

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Tuftvelours

Im Automobilbereich werden unter anderem Fußmatten in den Fußraum des Fahrzeugs eingelegt. Sie sind als Textil- oder als Gummifußmatten erhältlich. Textilfußmatten sind typischerweise aus Polypropylen-, Polyamid- oder Polyesterfaser. Es gibt sie als Tuftvelour-, Nadelfilz- oder Vliesstoffmatten. Für unsere Mercedes-Benz Pkw nutzen wir vor allem Tuftvelours. Dabei bezeichnet „Tuften“ eine Technik zur Herstellung der hochwertigen automobilen Innenraum-Auskleidungen.

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Ungefederte Masse

Bei der ungefederten Masse handelt es sich um jene Bauteile eines Fahrzeugs, die direkten Stößen von der Fahrbahn ausgesetzt sind. Zu ihnen zählen unter anderem Reifen, Felgen, Bremsen und Radlager.

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Circular Economy

Bei der Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) handelt es sich um einen Ansatz, bei dem vorhandene Materialien und Produkte so lange wie möglich genutzt, repariert, wiederverwendet oder recycelt werden, um ihren Lebenszyklus zu verlängern. Dadurch werden Abfälle und der Bedarf an Primärrohstoffen minimiert. Die Circular Economy gilt als Gegenmodell zum linearen Wirtschaften, bei dem Materialien und Produkte häufig nur einmal genutzt werden, und setzt bereits im Design auf die spätere Wiedergewinnung der verarbeiten Materialien.

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Abfallhierarchie

Eine Abfallhierarchie definiert verschiedene Herangehensweisen für den Umgang mit Abfällen und priorisiert diese. Den höchsten Stellenwert haben Maßnahmen, die besonders umweltverträglich sind. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz beschreibt hierfür die folgenden fünf Hierarchiestufen:

  1. Vermeidung
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
  3. Recycling
  4. Sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
  5. Beseitigung

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Zeitwertgerechte Reparaturen

Zeitwertgerechte Reparaturen sind eine dem Fahrzeugalter und damit dem Zeitwert des Fahrzeugs entsprechende Reparaturlösung unter Verwendung von gebrauchten und damit kostengünstigen Mercedes-Benz Gebrauchtteilen.

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Katalysator

Der Fahrzeugkatalysator (kurz: Katalysator) dient der Abgasnachbehandlung in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Durch den Katalysator können Schadstoffemissionen deutlich reduziert werden.

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Zuschlagstoff

Zuschlagstoffe sind Materialien, die einer Werkstoff-Mischung zugegeben werden, um deren Eigenschaften positiv zu beeinflussen. Für die Herstellung von Beton oder Asphalt wird zum Beispiel besonders zerkleinertes, natürliches oder künstliches Gestein verwendet.

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Lastspitzen

Lastspitzen treten zum Beispiel in Stromnetzen auf, wenn kurzfristig eine deutlich erhöhte Energienachfrage besteht. Um sie zu decken und eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherzustellen, muss kurzfristig mehr Strom ins Netz eingespeist werden. Dies kann beispielsweise durch Batteriespeicher oder Pumpspeicherkraftwerke geschehen.

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